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Interviews
Interview mit Jim Mackonochie - DCS Eagle Dynamics

Wir freuen uns sehr Euch an dieser Stelle ein Gespräch mit Jim Mackonochie vorstellen zu dürfen. Jim ist in leitender Position bei Eagle Dynamics/The Fighter Collection beschäftigt und stand mir mit Rat und Tat zur Seite beim Testen von DCS Black Shark für das FS MAGAZIN.



PP: Hallo Jim, ich freue mich sehr Deine Antworten hier veröffentlichen zu dürfen. Wann habt Ihr mit der Entwicklung von DCS begonnen?
JM: Die Programmierung der neuen Software-Engine begann vor etwa vier Jahren.

PP: Was genau stand hinter dem Vorhaben eine Simulation wie DCS zu programmieren?
JM: Nachdem wir bereits die „Flanker“ Serie, Lock On und Flaming Cliffs entwickelt hatten, war die Antwort vom Markt das der Spieler eine deutlich detailliertere und anspruchsvolle „Studier“-Simulation wünschte. Dieser Anspruch war vergleichbar mit unseren eigenen Produkten die wir auch für den militärischen Markt entwickelt hatten und dem Anspruch den dieser Markt erforderte.

PP: Warum habt Ihr einen russischen Hubschrauber und ein russisches/georgisches Szenario gewählt?
JM: Zu Allererst wollten wir ein Flugmodell entwickeln das für Flugzeuge und Hubschrauber gleichermaßen genutzt werden kann und wir hatten Zugang zu detaillierten Informationen des Ka-50 Hubschrauber.
Das West-Kaukasus Gebiet wählten wir aus zwei Gründen: Erstens hatten wir exakte Daten über das Gebiet also Höhendaten, Karten, Fotos etc. und zum Zweiten bietet das Gebiet abwechslungsreiche taktische Möglichkeiten. So laden flache Küstenstreifen zu typischen bewaffneten Operationen und Gebirgige Bereiche, vergleichbar mit Afghanistan, bieten viele Tücken - Das alles in einem einzigen Umfeld.

PP: Wie viele Leute waren oder besser gesagt sind in die Entwicklung mit einbezogen?
JM: Über 50 feste Mitarbeiter sind mit dem Projekt betraut. Aber genauso wichtig sind die über 40 Beta-Tester und Fachleute die mit integriert sind.
Sie haben alle unglaublich viel Erfahrung und Wissen mitgebracht und kommen aus allen Ecken der Welt.

PP: Wo ist das Hauptbüro des Programmierer Teams?
JM: In Moskau

PP: Wird es ein deutschsprachiges Handbuch geben?
JM: Die komplett deutschsprachige Version wird am 9. März 2009 erscheinen. Ein ebenfalls deutschsprachiges Handbuch wird auf der DVD mitgeliefert und kann vom Benutzer ausgedruckt werden, die gesamten 500 Seiten. Ein Spiralgebundenes Handbuch in deutscher Sprache werden wir als zusätzliche Bestelloption kostenpflichtig anbieten.

PP: Soll oder werden Module von DCS für das professionelle Piloten-Training genutzt?
JM: Es ist interessant das das US Militär auf uns zugegangen ist und uns gebeten hat einen Desktop-Trainer für die A-10 Piloten zu entwickeln. Der Grund war das einige A-10 Piloten unser „Lock On“ für einige Trainingslektionen genutzt haben!
Die Reichweite von DCS ist offensichtlich noch nicht so weit, als das es professionelle Piloten unterstützen könnte. Trotzdem sind wir in der Lage Kernelemente der DCS-Engine für professionelle zivile und militärische Anforderungen zu erweitern.

PP: Die DCS-EXE hat die Möglichkeit mehr als nur einen CPU Kern zu nutzen. Über den Task-Manager ist es möglich, einen Mehrkern-Prozessor vorausgesetzt, die restlichen CPU‘s mit zu aktivieren. Unter Vista kann man eine Steigerung der Performance um über 50% beobachten. Warum ist diese Option nicht Standardmässig aktiviert?
JM: Wir nehmen an das der grösste Teil unserer Kunden Windows XP nutzen. Die Performance-Steigerung macht sich aber hauptsächlich unter Vista bemerkbar und das auch nur wenn die „Full-Screen“ Option aktiviert ist.

PP: Selten lässt man in Spielen die Hintergrundmusik laufen. Anders bei Black Shark, der Titel ist hervorragend. Wer hat diesen Hintergrundtitel zu Black Shark komponiert?
JM: Das war Kevin MacLeod

PP: Nachdem man den Schleudersitz betätigt hat und sanft auf dem Boden gelandet ist, lässt sich die Piloten-Figur zu Fuß weiter auf dem Boden bewegen, was übrigens sehr Schick ist. Aber auch die Fahrzeuge sind sehr detailliert gemacht. Ist DCS möglicherweise vorbereitet für Boden-Operationen, gesteuert vom Spieler?
JM: Ein solches Feature ist geplant, aber erst für 2010.

PP: Was macht Windows Vista so anders das die Kampagnen-Missionen darunter nicht richtig laufen sollen?
JM: Du wirst verstehen das ein PC nur ein bestimmtes Limit an Einheiten während eines Augenblicks verarbeiten kann. Und wenn ich sage „Augenblick“ dann meine ich z.B. etwa 500 gleichzeitig aufeinander feuernde Panzer. Irgendwann kann die CPU die Informationen nicht mehr verarbeiten und wird einfrieren oder das Programm stürzt ab. In intensiven Tests haben wir herausgefunden das ein Limit unter Vista deutlich früher erreicht ist als unter XP.

PP: Wird es DCS als native Software für MacOS geben?
JM: Im Augenblick nicht. Aber wir kennen Mac-Besitzer die DCS in einer Windows-Emulation spielen.

PP: Werden wir DCS als Konsolenspiel erleben? Möglicherweise nur mit dem Game-Modus?
JM: Wir haben dahingehend sehr viele Anfragen. Wir möchten noch warten und sehen wie der Game-Modus auf dem PC angenommen wird.

PP: Es fällt auf das beim betreten und verlassen der 3D-Welt die grafische Oberfläche verschwindet. Je nach PC-Performance dauert das etwas und man weis nicht ob die Software noch aktiv ist.
JM: Die grafische Oberfläche mit dem Missionseditor und die 3D-Welt sind zwei technisch voneinander getrennte Systeme. Das ist so beabsichtigt.

PP: Welche Features und Korrekturen wird es in der deutschen Version von BS geben?
JM: Es wird eine Version mit allen Menüs und Texten übersetzt in die deutsche Sprache. Es wird Verbesserungen geben, aber welche kann ich jetzt noch nicht sagen.

PP: Welche Features, Verbesserungen und Terrains sind für das nächste DCS-Modul geplant?
JM: Dies zu sagen ist noch zu früh. Wir möchten keine Aussagen treffen bis nicht alles festgelegt und getestet wurde - warten und staunen!

PP: Wird es Terrains und Kampagnen aus dem Hause ED geben? Wenn ja welche?
JM: Zur Zeit arbeiten wir an einem Nevada-Terrain. Neue Kampagenen werden von Benutzern und und auch von uns erstellt und kostenlos auf unserer Homepage angeboten werden.

PP: Welche weiteren Module sind bereits eingeplant?
JM: Wir arbeiten bereits an unserem nächsten Flugzeug, das wird die A-10 sein. Voraussichtlich wird das Produkt schon im Dezember 2009 fertiggestellt sein. Die Benutzer können es dann separat kaufen und sind nicht auf Black Shark angewiesen.

PP: Falcon-Fans wollen bestimmt wissen ob auch die F-16 als Modul erscheinen wird und wann.
JM: Die F-16 ist geplant, aber auch hier kann ich derzeit nicht sagen für wann.

PP: Der angekündigte Intervall zwischen den Modulen soll etwa 9 Monate betragen - Das kann eine sehr lange Zeit sein wenn das versprochene Modell das 10. auf der Liste ist. Wird es möglich sein die Zeit zu verkürzen. Möglicherweise indem man mehrere Maschinen zu einem Paket zusammenfasst, ich denke da an ein „US-Navy-Paket“ oder „German-Luftwaffe“.
JM: Es ist wirklich sehr Zeitaufwendig ein Flugzeug oder einen Hubschrauber mit der Modell- und Systemtiefe von Black Shark zu programmieren. Daher wird es nicht schneller gehen können.
Zudem wird jedes neue Flugzeug und jeder Hubschrauber ein eigenständige nutzbares Produkt sein. Hat man aber Black Shark bereits auf dem PC, lassen sich die kommenden Module so integrieren als seien sie
eine Anwendung. Innerhalb dieser Anwendung lässt sich dann die Wahl treffen ob man z.B. die Ka-50 oder die A-10 fliegen will.


Vielen Dank Jim und viel Erfolg mit DCS!


Das Gespräch führten Nebojsa Erdesi und Bert Groner


 

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